Das Gebäude
Die Print Media Academy ist ein eindrucksvolles Gebäude
im Herzen Heidelbergs. Der 50 Meter hohe Glaskubus ist nicht
einfach nur schön - es steckt auch voller Metaphern und
Symbole, die auf Druckprozesse und die Geschichte der Druckkunst
anspielen.
Wer das Gebäude betritt, erfasst das Credo sofort:
Denken braucht Raum. Vom Foyer aus kann man bis zum 12.
Obergeschoss blicken: Bewegungsfreiheit für Beine und
Gedanken. Die beiden Türme, in denen Besprechungsräume
untergebracht sind, symbolisieren "Druckzylinder". Im
Untergeschoss ruht das rote, kuppelförmige Auditorium in einem
Wasserbecken: Ein Hinweis auf die Bedeutung der zwei wichtigsten
Elemente beim Drucken: Farbe und Wasser.
Das Gebäude entstand im Zeitraum von März 1998 bis
März 2000 und hat ein quadratisches Grundmaß von 37
Metern und ist 50 Meter hoch. Die Glasfassade besteht aus einer
zweischaligen Konstruktion mit begehbarem Luftzwischenraum.
Durch die transparente Fassade sind von außen folgende
Elemente sichtbar: Zwei Zylindertürme mit Seminarräumen,
Auditorium, Wasserbecken um das Auditorium, vier gläserne
Aufzüge, Rolltreppen und die Winkelformen der
Bürogeschosse.
Architekten:
Hensel-Bechtloff-Partner, Hamburg;
H.J. Schröder, Architekt BDA/Partner H.P. Stichs,
Heidelberg
S-Printing Horse
Im Gegensatz zu den klaren Formen des Gebäudes wirkt das
"S-Printing Horse" auf dem Vorplatz verspielt. Mit 13
Metern Höhe, 15 Metern Länge, vier Metern Breite und 90
Tonnen Gewicht ist es eine der größten Pferdeskulpturen
der Welt.
Die Skulptur ist aus Edelstahlelementen zusammengesetzt, die
Teile einer Druckmaschine darstellen sowie einzelne Abschnitte des
Druckprozesses widerspiegeln. Zum Beispiel entsprechen die
Löcher im Hals den Bohrungen in den Seitenwänden einer
Druckmaschine, in die die Lager der Druckzylinder gesetzt sind. Die
sich drehenden Elemente an den Flanken der Skulptur spiegeln die
Rotationen im Druckprozess wieder. Geschlossen wird die
Prozesskette durch den Schweif des "S-Printing Horse".
Dieser besteht aus einem abstrakten Buch, welches nachts
abwechselnd in den drei Druckfarben Cyan, Magenta und Yellow
angestrahlt wird. Abschließend wird das Buch von einem
stilisierten Gesicht angeschaut.
Die Skulptur weist auch auf die die symbiotische Beziehung
zwischen Denken und Drucken hin: Unübersehbar sind die
Parallelen zu Pegasus dem geflügelten Pferd der griechischen
Mythologie, das alle Dichter reiten. Noch heute ist das
geflügelte Pferd Sinnbild für dichterische Fantasie. Doch
Inspiration allein reicht dem Dichter nicht, er muss seine Gedanken
auch publizieren können. Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks
hat diesen Schritt erst im großen Rahmen möglich gemacht.
Entstehungszeit: 1998 - 2000
Maße: Höhe: 13 Meter, Länge: 15 Meter, Breite:
vier Meter, Gewicht: 90 Tonnen
Künstler: Jürgen Goertz
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